wissen der landschaft

wissen der landschaft

unterschätze nie
das wissen der landschaft

sie erinnert
stellen, an denen bäume,
die längst nicht mehr sind,
sich der last ihrer früchte hingaben.
sie verbirgt
in ihren falten
den zugeschütteten hohlweg.
sie umschließt
unter ihren hügeln
gewesenes.
sie greift
nach den behausungen,
die abgekommen sind.
sie erobert
wege, die nicht mehr
gegangen werden.
sie bewahrt
schreie der angst und der lust.
sie liefert sich aus
unserer unersättlichkeit.

abseits der idylle,
unbegleitet und unbewehrt,
in grellweißer stille des mittags
oder moorschwarzer nacht:
bleib stehen
höre, schau, erkunde.
schweig
darüber.

Noch unveröffentlicht.

Maria Lehner aus Wien, Autorin
Geboren 1954 in Graz, hat dort Germanistik studiert und lebt seit 1991 in Wien/Österreich.
Sie schreibt Kurzgeschichten, gedankliche Kurzprosa und Lyrik. Sie ist als Lektorin, Jurorin und (Mit)herausgeberin tätig.
Essays und wissenschaftliche Texte entstehen unter ihrem zivilen Namen „Maria Dippelreiter“
Veröffentlichungen erfolg(t)en in Verlagen und Zeitschriften in Österreich, Deutschland und der Schweiz sowie Online.
Sie ist Mitglied im PEN-Club, dem Österreichischen Schriftstellerverband und der IG Autorinnen und Autoren.

Literarische Einzelwerke:
Krumme Eiche bis Unteres Feld. Erzählbrücken. Klagenfurt: Wieser, 2023.
… und dann ins Schwarze Meer. Porträts. Ulm: danube books, 2025.
Maria Lehner

Die Textrechte dieses Beitrags liegen bei Maria Lehner, die Bildrechte bei Maria Dippelreiter.

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