Neue Tage
- Dezember 30, 2025
- by
- Lydia Steinbacher
Es ragt den Frauen und Männern unbeherrschbar aus der Hand
das Neuerworbene ist ungezähmt und wandelt seinen Zweck
nur ein Philister zittert an dem Übertritt zu neuen Tagen
Schon umgepflügt stößt dieses Feld den Schmerz von sich
wenn jetzt die Feder in die Städte leere Fluren schreibt
Zeit und Waffe ändern ihre Richtung mit den Bösewichten
Geraubter Glanz – was neu scheint trägt den Abdruck halber Leben
gedrückt in eine hohle Hand die Wünsche und das Sehnen
aufgefädelt mit den Wirbeln an einer langen Schnur
Das Zittern wenn nach jedem Schritt wieder eine Schwelle liegt
zu jeder Zeit an jedem Ort einmal die hohle Hand gegen sich selbst
wie spricht ein Richter Recht und wer seufzt für die alten Tage?
Aus:
Lydia Steinbacher: Neue Tage. Septime Verlag, Wien 2024.
Lydia Steinbacher, *1993, Schriftstellerin, Redakteurin, lebt und arbeitet in Wien und Niederösterreich. Zuletzt erschienen: „Wolgaland“ (Roman), Septime 2022, „Neue Tage“ (Gedichte), Septime 2024.
Lydia Steinbacher
Die Textrechte dieses Beitrags liegen beim Verlag, die Bildrechte bei Doris Lipp.



