Beiträge aus Aus dem Alltag Kategorie
Zeitenwende

Zeitenwende

Dieses Mal musste es einfach klappen, sagte sie sich und sah auf die Uhr. Sie seufzte leise. Langsam hatte sie es satt, ständig vertröstet, von einem Praktikum zum nächsten weitergereicht zu werden. Zweieinhalb Jahre waren eine lange Zeit.
Geduld war eine Frage des Geldes geworden.

Sie war geduldig, bei Gott, das war sie. Zu geduldig mitunter, dachte sie. Zu leise. Vielleicht war das ihr Problem. Aber das allzu Forsche, das lag ihr nicht. Es würde nie ihre Stärke sein.

Heute würde sie Bescheid bekommen, hatte man ihr versichert. Sie hörte es nicht zum ersten Mal. Sie sah...

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Zeit der Wunder

Zeit der Wunder

‚Das Christkind‘, sagte das Mädchen und stemmte seine kurzen Ärmchen in die Hüfte, ‚gibt es nicht‘. Sie habe lange darüber nachgedacht, sagte sie. Sie sei sich da ganz sicher.

‚Wenn du meinst‘, sagte der Vater, hob die Schultern ein wenig, breitete die Arme aus, drehte die Handinnenflächen nach oben und suchte den Blick seiner Frau. ‚Hmmmhh?‘,...

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Vergänglich

Vergänglich

So fühlte es sich also an, dachte er. Alleine am elterlichen Küchentisch sitzen, an dem man zahllose Stunden verbracht, viel zu viele Sätze nicht gesagt hatte. Der nun leer war, kein Teller stand darauf, keine Zeitung lag da, das Kreuzworträtsel halb ausgefüllt. Er strich mit der rechten Hand über die Tischplatte, fuhr über einen kleinen...

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Morbus Bowen

Morbus Bowen

Es gibt so viel Schönheit in der Welt. Ich könnte jetzt auf die Venus von Milo schauen. Auf Franz Marcs bunte Kühe. Auf den Parthenon. Oder einen eingerissenen Zehennagel von der Heidi Klum. Na ja, auf den vielleicht doch nicht.
Stattdessen sitze ich in einer Arztpraxis und starre auf ein Loch in meiner rechten Wade.

Was vierzehn...

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Atmen

Atmen

Atmen. Die Augen schließen, Luft in die Lungen pressen. Zählen, langsam erst: eins, zwei. Sich zwingen: an nichts denken. Unmöglich noch, die Angst ist überall. Drei, vier, fünf. Atmen, tiefer jetzt die Züge, weiter der Brustkorb. Die Panik zur Seite drängen, ihr zuschreien: geh weg! Sechs, sieben. Der Ruhe nachspüren, die eintritt wie ein scheuer...

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