Gangart

Gangart

Klein, sagst du, sind deine Schritte geworden, aber lange hättest du genug getan, es reiche für ein ganzes Leben. Du lachst, zwinkerst mir zu aus deinen grauen, müden Augen. Schau, sagst du und zeigst mir die Salbe, die dir der Nachbar brachte vor zwei Wochen, weil er dein Humpeln und Schlurfen nicht mehr ertrug. Ich schaue, sehe, schweige. Weiß, dass du die Sorge siehst, die mir in der Seele hängt. Du nickst, kommst näher, berührst meine Schulter, lächelst. Es geht mir gut, mach dir keine Sorgen, sagst du und ich will, will, will dir glauben, weiß bloß nicht, wie das gehen soll. Schweigend, dass ich dich in die Arme schließe, dein Haar rieche, deine Haut. Beim Abschied dann, dass ich dich reden höre von jener Stunde des Tags, die dir die liebste ist, in der du dich ans Fenster stellst, der Sonne zusiehst, wie sie sich senkt, so farbenvoll und still.

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