Die letzte Insel

Die letzte Insel

Noch ist alles möglich, antworte ich Daniel, als er am Telefon fragt, ob ich mit dem Schreiben vorankomme. Aber natürlich stimmt das nicht. Es ist nur möglich, was ich mir vorstellen kann.
Du könntest eine Liste von Inseln machen, schlägt Daniel vor.
Island, Irland, Inis Meáin …
Auch von erfundenen.
Avalon, Brasil, Thule …
Oder...

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Die Sprache der Möwen

Die Sprache der Möwen

Am Ende der Nacht sind die Berge von Raureif grau,
die Farbe des Meers ist so, als hätte man Schmierseife
hineingeschüttet. Ein feuerroter
Traktor kommt die Straße unterhalb
des Bergs entlang, das ist der einzige Ver-
kehr, das einzige Lebenszeichen,
zusammen mit zwei Möwen, die
am Strand stehen und sich unterhalten,
in einer Sprache, die...

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Aufbruch

Aufbruch

Hast du ihn auch gehört? –
Wen denn? –
Den Mann, der da redet. Steht ein Fenster offen? –
Da ist niemand, Johanna. Und die Fenster zur Straße sind auch geschlossen. –
Aber er redet doch ganz deutlich. Hörst du wirklich nichts? –
Was soll ich denn hören? Was sagt er? –
Dass alles gut...

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Narbe

Narbe

Geh ans Ende
um es zu Ende zu
fürchten

nur was man
verliert wird

nahe

Narbe

Sophie Reyer, geboren 1984 in Wien, lebt in Wien. Publikationen u.a.: “geh dichte” (Lyrik, EYE-Verlag 2005), ”vertrocknete vögel” (Roman, Leykam 2008), “baby blue eyes” (Roman, Ritter 2008), “binnen” (Lyrik, Leykam 2010), „flug (spuren)“ (Leykam 2012), „die gezirpte zeit“...

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Vorsatz

Vorsatz

ich nähre einen unreifen traum
ich weiß, dass ich ihn träumen will
in meiner art
zu seiner zeit
was ich nicht weiß:
wann ich zu träumen
wage

...
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