Autoren und ihre Bücher

Gastbeiträge

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Ein langer Entstehungsprozess liegt hinter jedem Buch. Der Schöpfer des Werks hat mindestens ein, oft zwei oder mehr Jahre daran gearbeitet. Er ist einen langen Weg gegangen, um Seite für Seite zu füllen, zu überarbeiten, neu zu schreiben. Der Verlag hat das Manuskript gelesen, er hat es lektoriert, korrigiert, ein Titelblatt entworfen, hat es setzen und drucken lassen.

Viel Lebenszeit steckt in dem fertigen Buch, das in den Buchhandlungen auf Leser wartet, auf Lesungen, bei Veranstaltungen präsentiert, in Zeitungen, im Radio und Fernsehen besprochen wird. Das macht ein Buch sichtbar und all die Arbeit hat einen Sinn bekommen, wenn sich Leser finden, das Buch gekauft wird und Autor und Verlag für die Mühen belohnt werden.

Wenn ein Buch unsichtbar bleibt – vergessen wird, ist das eines der schlimmsten Dinge, die einer Autorin und einem Autor, einem Verlag und allen, die daran beteiligt sind, passieren kann. Und das passiert gerade mit vielen Büchern, die im Frühjahr 2020 erschienen sind. Sie bleiben unsichtbar, werden vergessen, weil auf keiner Buchmesse das Buch präsentiert wird, auf keinen Lesungen Zuhörer sich für den Text begeistern können. Weil Buchhandlungen geschlossen waren und Leserinnen und Leser die Bücher gar nicht finden können, sind sie unauffindbar, als hätten sie nicht existiert.

Carmen Rohrbach, geboren in Bischofswerda. Biologie studiert und von der Neugier auf die Welt gepackt. Wegen des Versuchs, der DDR zu entkommen, zwei Jahre inhaftiert. Von der Bundesrepublik freigekauft, promovierte sie am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie. Erhielt einen Forschungsauftrag, der sie auf die Galapagos-Inseln führte. Lebte ein Jahr lang auf einer kleinen Insel, unter Meerechsen und der Sonne des Äquators. „Inseln aus Feuer und Meer“ entsprang dieser Erfahrung, zahllose Bücher folgten.
In ihren Büchern lässt sie die Leser Anteil nehmen an ihren abenteuerlichen Reisen nach Südamerika, Afrika, Asien, Arabien. Seit vielen Jahren zählt sie zu den populärsten deutschen ReiseschriftstellerInnen. Ihre jüngste Publikation, „Mein Blockhaus in Kanada“ (Malik Verlag, 2019), handelt von einer Reise in die Stille des kanadischen Winters, drei Monate voll Einsamkeit. Als Weggefährten Luchse, Elche, Weißkopfseeadler. Und die Kälte.
Carmen Rohrbach

Die Textrechte dieses Beitrags liegen bei Carmen Rohrbach, die Bildrechte bei Doris Lipp.

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