Unterwegs
- Oktober 11, 2019
- by
- Manfred Lipp
Verblüffend. Ist es nicht verblüffend, dass man die wunderbaren Orte in seiner nächsten Nähe oft nicht zu schätzen weiß? Ja, manchmal gar nicht ahnt, was sie zu bieten hätten? So startet denn der brave Polo an jenem schönen Sonntagvormittag im reizenden Waidhofen an der Ybbs und bringt uns flott nach Ybbsitz. Gut, das ist jetzt keine weite Reise, man muss dann nicht – halb tot vor Hunger und der Dehydrierung nahe – sofort beim Kirchenwirten einkehren.
Könnte man aber.
Ich überlege ernsthaft.
Der Polo, er ist jung. Der alte, kaum zehn Jahre auf seinem dunkelblauen Buckel, lehrt...
Man reiche mir die Feder oder: Der herbe Duft der Unterwelt
- September 27, 2019
- by
- Manfred Lipp
So etwas habe er schon seit Jahren nicht mehr gesehen, meint er erstaunt. Das wirkt durchaus beunruhigend. Man hört diese Sätze nicht gern, sie künden von nahendem Unheil wie ein dumpfes Donnergrollen am Firmament oder ein bevorstehendes Treffen eines FPÖ-Politikers mit einer vermeintlichen russischen Oligarchin. Es stinkt, und zwar gewaltig. ‚Zumindest wissen wir jetzt, woher...
Heut trink ich nix
- September 20, 2019
- by
- Manfred Lipp
Es gibt Dinge, die erwartest du einfach nicht. Dass man auch ohne Helm Rad fahren kann. Einen Schlaganfall beim Sonntagsspaziergang. Dass Rapid je wieder die Meisterschaft gewinnt. Oder einen Weinkeller, der ausschaut wie eine heimelige Kunstgalerie in Antwerpen und in dem du Weine trinkst, für die sogar ein Atheist eine Messe lesen lassen würde.
Nein, Alfred...
Tempora mutantur
- September 13, 2019
- by
- Manfred Lipp
‚Come gather ‘round, people, wherever you roam and admit that the waters around you have grown‘, singt Dylan, als ich das Glas mit den Oliven öffne. Dann schneide ich zwei Bio-Gurken in handliche Stücke, würze sie mit grobem Salz und feinem griechischen Olivenöl und schicke Doris in den Garten, auf dass sie mit frisch gepflückten...
Schritt für Schritt
- September 06, 2019
- by
- Manfred Lipp
‚Kommst du, Mama?‘, rufe ich in den dämmrigen Raum hinein, obschon der Tag doch sonnenhell ist. Ja, meine Eltern, sie dulden halt kein Übermaß an Licht und Wärme in den Zimmern. Der Sommer findet draußen statt, ins Haus, da darf er nicht. ‚Ich komm‘ ja schon, Kind‘, meint sie von drinnen, während ich meine Sonnenbrille...





