Ein schöner Heimatroman
- August 30, 2019
- by
- Manfred Lipp
Es müsste ja viel mehr über die heile Welt geschrieben werden. Weil das geht einem schon auf die Nerven auch, wenn überall, wo man reinschaut, nur Probleme auftauchen. Da schaut man am besten gleich gar nimmer hin, man könnt‘ ja ganz narrisch werden sonst, meiner Seel‘. Und wo könnt‘ die Welt schon heiler sein als am Land, wo’s zwar den Greißler und den Fleischhauer nimmer gibt, weil man dann doch lieber beim Supermarkt einkaufen war, aber die Leut‘ immer noch heißen wie du und ich, also Freudenthaler und Siebenhandl oder von mir aus auch...
Leben
- August 23, 2019
- by
- Manfred Lipp
War ich elf? Zwölf? Ich weiß es nicht mehr. Die Welt begann, die engen Grenzen des Dorfes zu verlieren. Der Sommer war heiß, die Insekten zahlreich, Angel Nieto raste auf seiner Garelli einem weiteren Weltmeistertitel entgegen.
Und unser Nachbar lag im Sterben.
Das erste Jahr Gymnasium, es zäh zu nennen wäre Euphemismus. Mit einem Mal vom Musterschüler,...
U-Bahn-Splitter
- August 16, 2019
- by
- Manfred Lipp
Wie ein Ertrinkender rudert er mit den Armen, nimmt die letzten vier Stufen der Treppe mit einem tollkühnen Satz, sprintet die wenigen Meter bis zur Türe als gelte es, Carl Lewis in dessen besten Jahren zu schlagen. Und hechtet dann beherzt, dem drohenden Signalton und den sich mittlerweile schließenden Türen zum Trotz, in das Wageninnere....
Und die Amsel singt ihr Lied
- August 09, 2019
- by
- Manfred Lipp
Das erste Licht des Tages streichelt die Finsternis, bringt zuerst Grau in die Welt, dann eine ganze Symphonie an Farben. Ein Marder schiebt sich die Hauswand entlang, wieselt über den Rasen, schnuppert beiläufig an der Blumenkiste vor dem Geräteschuppen, die womöglich ein wenig nach Katze riecht, und schleicht dann aus dem Garten.
Und eine Amsel singt...
Angst
- August 02, 2019
- by
- Manfred Lipp
Sie wollte sich nicht ängstigen. Und tat es doch. Es kam die Furcht wie ein böser Geist über sie, war plötzlich da, mächtig und unkontrollierbar. Meist ohne klaren Grund. Und ohne Ziel.
Das machte ihr noch mehr Angst.
Anfangs griff sie, hektisch nach Atem ringend, mit fahrigen Fingern zur Zigarette. Später griff sie zur Flasche, das Rauchen...





