Chorprobe
- April 14, 2026
- by
- Karl-Gustav Ruch
Und immer noch fehlt Agustín. Francesc, der zweite Tenor, reckt den Hals, spannt den Adamsapfel und intoniert: O Dale weid o Chochen, o tschone grune Bald, drängt nun mit dünner und länger werdender Kehle hinauf ins eingestrichene e und meint tremolierend: du meiner Lus und Wechen andacht‘cher Aufendal, lässt sich ins rettende g hinunterfallen, sein um eine Sextime erleichterter Kopf fällt mit, die Brust füllt sich, die Gurgel spannt sich, setzt wieder an zum Aufstieg ins eingestrichene c, da drausen, stes bedrochen, saus die getschäfde Weld – aber jetzt verwirft Joan, der Dirigent, entnervt die Arme und winkt ab: Da capo!
Meine geflüsterten Korrekturvorschläge zur deutschen Aussprache nimmt Francesc dankbar zur Kenntnis: O Däler weid o Chöen … Hoch, höher wollte Francesc hinaus, als er Chemie zu studieren begann, jetzt aber arbeitet er in einer oficina – telefonieren, Formulare ausfüllen, telefonieren – und darüber gibt‘s wenig zu erzählen und vom Wenigen spricht man nicht, spricht lieber dafür von Töchterchen Anna und von seiner Montse, seit acht Monaten arbeitslos, seit neun schwanger und seit heute Morgen in den Wehen, wohnt und wartet zu Hause bei den Schwiegereltern, sabes, la crisis, la crisis, und damit ist das Thema erledigt, endgültig, denn crisis meint nicht vorübergehende Konjunkturschwäche, crisis meint Schicksal, und darüber klagt man nicht, und immerhin, als diplomierter Chemiker stehen seine Chancen nicht schlecht, vielleicht einmal eine Arbeit an einem Bankschalter zu finden – auch wenn er sich dafür so wenig eignet wie für seine Arbeit in der oficina. Doch das wöchentliche Singen, das lässt Francesc sich nicht nehmen, und so hält er sich munter weiter an Eichendorffs Abschied vom Walde, von dem er weder Lust noch Wehen versteht: Da drausen, stes betrochen, sausd die getschäfte Weld, tschlag nosch eimal die Bochen um misch, du grüne Selt, tschlag nosch einmal die Bochen um misch. Und noch etwas lässt sich Francesc nicht nehmen: seine Überzeugung, als Katalane in der besten aller Welten zu wohnen, und wenn er sich aufrichtet und feierlich und stolz die Worte il.lumineu la catalana terra singen darf, dann zweifelt niemand daran, dass er es ernst meint. Und wir singen, und Francesc singt hinweg über Wehen und hört nicht das Tosen der geschäft‘gen Welt. Und immer noch fehlt Agustín.
Denn Agustín tritt aus der basílica Santa Maria del Pi, wo er auf der Orgel den Mendelssohn‘schen Hochzeitsmarsch präludierte, gerät nun, als er der Braut auf den Portalstufen den Saum hochhalten will, in einen peitschenden Reis- und Nudelhagel und wird von einem gut gezielten Pack Makkaroni getroffen …
Da mag verwechen das drube Erdenleid – zirpt Nuria nebenan in schwindelerregenden Höhen mit weit aufgesperrtem Mund. Man sieht sie mehr, als dass man sie hört, denn rot, rot sind ihre Lippen, schnappen auf und schnappen zu und schnappen nach, kontrastierend mit dem sparsamen Lippeneinsatz ihrer Nachbarinnen, werden röter und röter, seit man sie vor zwei Jahren als Kindergärtnerin entlassen, und ist auf der Suche seither, sucht Arbeit, sucht Liebe, sucht Freundschaft, sucht Anerkennung, sucht Zerstreuung, sucht Freundschaft, sucht Liebe und sucht Mann, unterdessen wachsen aus ihren flinken Händen Papierblumen, rot, weiss und blau, entstehen im Kiosk ihrer Mutter Sträusse und Kränze für den Friedhof, Nuria zählt die Tage bis Donnerstag, denn jeden Donnerstagmorgen kommt jener Señor mit der sanften Stimme, kauft eine Zeitung, säuselt umsäuselt sie blinzelnd und zwinkernd, kommt zuweilen auch am Nachmittag, kauft sich Zigaretten, flüstert ihr reina, mi reina, und Nuria senkt ihren Blick, sinkt hin im schöntuenden Hauch, aber warum wieso denn nur kam er nicht letzten Donnerstag, und zählt die Tage, bis endlich verweht das trübe Erdenleid, da sollst du auferstehen in junger Herrlichkeit, und zählt und singt und übersingt das trübe Erdenleid und die tröstliche Stimme des Señors.
Da sted im Wald gesriben ein stilles erndes Word – tiriliert aus der Alt-Ecke Erundina aus goldener Kehle, singt und singt ums Leben, und wenn sie nicht singt und singt, so schweigt und schweigt sie und wird unscheinbar bis auf ihren üppigen Ausschnitt. Die gelernte Modistin arbeitet seit Jahren still und bescheiden als Kindermädchen in einer reichen deutschen Familie, versucht dort ihren treulosen Arturo zu vergessen, kocht, hütet, putzt und näht und näht sich schweigend oder singend in ihre ausschnittiefen Kleider. Und so singt sie ihr stilles ernstes Wort: von rechtem Dun und Lieben, und was des Mentschen Chort. Wir singen, wir singen, und Erundina denkt nicht an Arturos vielversprechende ernste Worte und nicht an Wirkung noch an Ursache ihres abgrundtiefen Ausschnitts.
Und Agustín, der Philosophiestudent und angehende Mönch, sitzt mit dem Traupater im angrenzenden Klosterkeller und erholt sich vom Nudel-Anschlag, entkorkt eben die zweite Flasche Cava aus dem gutgelagerten Klostervorrat und zielt mit dem Korken auf das Bildnis des Papa Wojtila, nachdem er mit dem ersten den heiligen Franziskus nur knapp verfehlt hat, und erzählt von seiner grossen Hoffnung, der Berufung an die Bibliothek des Vatikans, aber der Vatikan lässt hoffen, der Vatikan lässt warten …
Bald werd‘ ich dich verlassen, fremd in der Fremde gehen, auf buntbewegten Gassen des Lebens Schauspiel sehen. Der das surrt ist Andreas, der einzige Bass, der im tiefen E noch zu hören ist, der Schweizer Künstler, fremd so fremd in die Fremde gegangen, um einmal berühmt ins Land, das ihn verkennt, heimzukehren, verdammt zum Hausmann – kochen, malen, kochen – und im Atelier stapeln sich die Bilder und zu Hause das Geschirr. Und singen weiter und Andreas sieht nicht Bilder- und Geschirrstapel, nicht fremde Fremde noch verkennende Heimat.
Und vor uns pendeln Joans Arme und versuchen, den Eichendorff‘schen Worten Mendelssohn‘sche Melodik einzuschwingen, denn Mendelssohn hat‘s ihm angetan und Frau Mercedes sich samt zwei Töchtern nach einem Mendelssohnkonzert abgesetzt, worauf sich Joan schwor, nie mehr Mendelssohn zu dirigieren und den Schwur auch ganze drei Wochen hielt, seither hat er seine Arme ganz der holden Musica verschrieben und fuchtelt mit ihnen Abend für Abend vor mindestens einem Amateurchor. Und singen und schwingen, und jetzt das ganze noch einmal von vorn: O Daler weid o Höchen, o schoner gruner Wald, du meiner Lusd und Wehen andachtger Aufendald! Da drausen steds bedrogen, sausd die geschaftige Weld, sausd die geschaftige Weld …
Ohne Zwischenfall wir in die zweite Strophe finden, die Erde dampft und blinkt, die Vögel lustig schlagen, dass dir dein Herz erklingt, modulieren über D-dur in einen erlösenden Trugschluss, Francesc tremoliert, Nuria piept, Erundina tiriliert, Andreas surrt, Joan schwingt, da sollst du auferstehen in junger Herrlichkeit, da sollst du auf – auf schlägt die Tür, Agustín, Champagner im Atem, Reiskörner und Nudeln im Haar, stürzt zum Klavier, Agustíns Hände kramen in einer Mappe, Agustíns Hände wühlen in Notenblättern, Agustíns Füsse treten nach Pedalen, Agustíns Finger langen nach Tasten, Tasten greifen nach Akkorden, Akkorde haschen nach Worten, hab treu gelesen die Worte, schlicht und schlicht und wahr, können nicht folgen den eilenden Worten, und durch mein ganzes Wesen ward‘s unaussprechlich, der Satz taumelt, die Melodie eiert, Arme wedeln, da ein Notenständer kippt, fliegen Blätter, segeln Noten, flügeln Worte, Finger flattern hinterher, blind die Rechte über Tasten klettert, Dirigentenhände fuchteln suchend über das Parkett, mitten wir im Leben steuerlos weitertreiben, auf buntbewegten Gassen des Lebens Schauspiel sehn, mitten in dem Leben deines Ernstes Gewalt und meiner Lust und Wehen, Montses Wehen mich Einsamen erheben einsam mich erheben dass dir dein Herz erklingt über der Wehen andächtiger Aufenthalt und Gewalt des Menschen Hort trübes Erdenleid scheppert Geschirr und stapeln sich Bilder im Erdenleid Arturos ernste Worte da in jenem schönen grünen Wald ertönen die Stimmen die Stimme des Señors und flüstert reina mi reina und sausen Formen Formulare Papiere Papierblumen wehen die Wehen das Tosen der geschäftigen Welt, Abschied vom Walde, Abschied.
Nächste Probe: Montag, 12. Nov., 21.00
Überarbeitete Version von Abschied vom Walde (publiziert im Erzählband «Talgo Pendular, Eremiten-Presse 2003»)
Karl-Gustav Ruch, geboren 1954 in Zürich, Ausbildung zum Gitarrenlehrer, Studium der Germanistik und Philosophie. Er lebt in Barcelona, arbeitete als Deutsch- und Musiklehrer und ist derzeit als freier Autor tätig.
2004 erschien sein Erzählband Talgo Pendular (Eremiten-Presse), 2011 Hinter der Wand – Geschichten zwischen Zürich und Barcelona (edition 8), 2017 der Roman Das letzte Fenster (hockebooks). Sein letztes Buch, der Roman Linas Baum, ist 2024 bei Sisifo im Leipziger Literaturverlag erschienen.
Mit der Erzählung Hinter der Wand wurde er 2009 für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert.
Karl-Gustav Ruch
Andreas Dal Cero, geboren 1964 in Schleitheim, Schaffhausen. Ausbildung als Graveur-Stahl, Jezler, SH und Studium an der F+F, Schule für experimentelle Gestaltung und Mediendesign, Zürich.
Als bildender Künstler, mit Ausstellungen im In- und Ausland und Aufenthalten in Barcelona und Berlin, lebt und arbeitet er seit 1995 in Zürich.
Mit seinem Trio „Flying Dragons of Feng Shui“ und dem Duo TEN pflegt er als Sänger und Texter verschiedene Musikrichtungen.
Andreas Dal Cero
Die Textrechte dieses Beitrags liegen bei Karl-Gustav Ruch, die Bildrechte bei Andreas Dal Cero.
Traducción al español por el autor
Ensayo coral
Y Agustín sigue sin aparecer. Francesc, el segundo tenor, estira el cuello, tensa la nuez y entona: O Dale weid o Chochen, o tschone grune Bald, su garganta se estrecha, se alarga, empuja hacia el mi-5 y dice con voz trémolo: du meiner Lus und Wechen andacht‘cher Aufendal, se deja caer y se salva con un sol-4, su cabeza, aliviada por el descenso de una sexta, cae con la voz, se llena su pecho, se tensa su garganta, vuelve a lanzarse al ascenso hacia el do-4, da drausen, stes bedrochen, saus die getschäfde Weld – pero ahora Joan, el director, levanta los brazos, exasperado, y grita: da capo!
Francesc recibe con gratitud mis suaves correcciones sobre la pronunciación alemana. Recibe con gratitud mis correcciones susurradas sobre la pronunciación alemana, pero sigue igual: O Däler weid o Chöen… Aspiraba a grandes cosas, Francesc, cuando comenzó a estudiar química, pero ahora trabaja en una oficina – contestando llamadas, llenando formularios, contestando llamadas – mucho no hay que contar sobre eso, y de lo poco no se habla, prefiere hablar de su hijita Anna y de su Montse, que lleva ocho meses sin trabajo, nueve embarazada y, desde esta mañana, con contracciones, vive y espera en casa con los suegros, sabes, la crisis, la crisis, y con esas palabras todo está dicho, asunto cerrado, definitivamente, porque crisis, eso no significa debilidad económica pasajera como en Suiza, crisis significa destino, de eso no se queja uno, y al fin y al cabo, como químico titulado, sus posibilidades no son tan malas, quizás algún día consiga otro trabajo, tal vez en un mostrador de banco, aunque se adapte tan poco a ello como a su trabajo en la oficina. Pero el canto semanal, Francesc no se lo pierde, y así sigue, aferrado alegremente a la Despedida del bosque de Joseph von Eichendorff, de la cual no entiende ni ganas ni pesares: Allá afuera, siempre engañoso, ruge el mundo raudo, Envuélveme de nuevo, tienda verde, envuelve me de nuevo. Y hay algo más que Francesc no se quita: su convicción de vivir como catalán en el mejor de los mundos, y cuando se pone de pie y canta solemnemente y con orgullo las palabras Il.lumineu la catalana terra, no hay duda de que lo canta en serio. Cantemos, cantemos, Francesc canta por encima de los pesares y no escucha los gritos del mundo raudo. Y aún sigue faltando Agustín.
Pues Agustín sale de la basílica de Santa María del Pi, donde había preludiado en el órgano la marcha nupcial de Mendelssohn, y al intentar sostener el dobladillo de la novia en los escalones del portal, se ve sorprendido por una lluvia azotadora de arroz y fideos y recibe el impacto de un paquete de macarrones lanzado con puntería…
Da mag verwechen das drube Erdenleid, gorjea Nuria al lado, en alturas vertiginosas, con la boca bien abierta. Se la ve más que se la oye, pues sus labios rojos, rojos, se abren, se cierran, en marcado contraste con el uso comedido de los labios de sus vecinas, se vuelven rojos, más rojos, desde que la despidieron hace dos años como mestra de parvulari, y desde entonces está buscando, busca trabajo, busca reconocimiento, busca distracción, busca amistad, busca amor, busca novio, y mientras tanto, de sus agiles manos nacen flores de papel, rojas, blancas y azules, y en el quiosco de su madre se forman ramos y coronas para el cementerio, Nuria cuenta los días hasta el jueves, ya que los jueves por la mañana llega aquel señor de voz suave, compra un periódico, la susurra y la acaricia con murmullos, parpadeando y guiñando un ojo, a veces vuelve por la tarde, compra cigarrillos, le susurra «reina mía, mi reina», y Nuria baja la mirada, se deja llevar por el soplo perfumado, pero ¿por qué, por qué no vino el jueves pasado?, y Nuria cuenta los días hasta que finalmente se desvanezca el triste sufrimiento terrenal, entonces resucitarás en joven gloria, y cuenta y canta, cantemos, elevemos nuestro canto por encima del triste sufrimiento terrenal y de la voz consoladora del Señor.
Da sted im Wald gesriben ein stilles erndes Word – trina Erundina desde la esquina de las contraltos, con su garganta de oro, canta y canta por la vida, y cuando no canta y canta, calla y calla, volviéndose invisible salvo por su escote generoso. La modista titulada lleva años trabajando, con discreción y modestia, de niñera en una familia alemana adinerada, intentando olvidar allí a su infiel Arturo; cocina, cuida, limpia y cose, y se cose a sí misma, callando o cantando, en sus vestidos de escote profundo. Y así canta sus palabras calmadas y solemnes: von rechtem Dun und Lieben, und was des Mentschen Chort, sobre el obrar recto y el amor profundo que guarda su corazón. Cantemos, cantemos y Erundina no piensa en las promesas vanas de Arturo, ni en el efecto ni en la causa de su escote abismal.
Y Agustín, estudiante de filosofía y aspirante a fraile, se sienta con el sacerdote que oficia la boda en la bodega contigua del monasterio, recuperándose del ataque de los fideos, descorcha la segunda botella de cava del bien guardado surtido del monasterio y apunta con el corcho al retrato del Papa Wojtyla, después de que con el primero por poco había fallado al santo Francisco, y habla de su gran esperanza, la vocación a la biblioteca del Vaticano; el Vaticano da esperanzas, más el Vaticano hace esperar…
Pronto te dejaré, vagaré como forastero en tierras ajenas, veré en vibrantes calles el espectáculo de la vida. El que zumba es Andreas, el único de los bajos que aún se oye en el mi grave; el artista suizo, partiendo a tierras lejanas para volver un día famoso al país que no lo reconoce, ahora condenado a ser amo de casa, cocinar, pintar y cocinar, en el taller se amontonan los cuadros y en casa los platos. Y seguimos cantando, y Andreas no ve ni las pilas de cuadros y platos, ni la extrañeza ajena, ni la patria que lo desconoce.
Y delante de nosotros los brazos de Joan se balancean, empeñados en hacer mecer las palabras de Eichendorff con una melodía mendelssohniana, ya que Mendelssohn lo tiene prendado y doña Mercedes, junto con sus dos hijas, se largó tras una velada de Mendelssohn, y Joan se juró no volver a dirigir nunca jamás a Mendelssohn, juramento que sostuvo durante tres semanas enteras, desde entonces consagra sus brazos por completo a la dulce Música y los agita, noche tras noche, ante no menos de un coro de aficionados. Cantamos, nos mecemos, y todo otra vez, desde el principio: O Daler weid o Höchen, o schoner gruner Wald, du meiner Lusd und Wehen andachtger Aufendald! Allá afuera, siempre engañoso, ruge, ruge el mundo ajetreado.
Sin contratiempos pasamos a la segunda estrofa, la tierra humea y reluce, los pájaros cantan jubilosos y hacen resonar tu corazón, modulando sobre Re mayor hacia un falso final, Francesc tremola, Nuria gorjea, Erundina trina, Andreas zumba, Joan se mece, allí resurgirás en joven claridad, allí te alzarás – Ábrese la puerta, entra Agustín, con champán en el aliento, granos de arroz, fideos prendidos al cabello, irrumpe, se lanza al piano, sus manos hurgan en una carpeta, remueven partituras, sus pies tantean pedales, sus dedos buscan teclas, dedos alcanzan acordes, acordes agarran palabras, he leído fielmente las palabras, sencillas, sencillas y verdaderas, no logran seguir el paso de las palabras galopeantes, y por todo mi ser se volvió indecible, la frase tambalea, la melodía patina, menean brazos en el aire, se vuelca un atril, vuelan hojas, planean notas, palabras alzan el vuelo, dedos aletean, manos trepan ciegas sobre teclas, revolotean, palpan sobre el parqué, en medio de la vida seguimos a la deriva, sin timón, mirando el teatro de la vida, su vaivén, repleto de colores, y en pleno corazón de la vida la fuerza de tu seriedad y de mis goces y mis penas, las penas de Montse me elevan, yo, el solitario, me elevan en soledad para que tu corazón resuene por encima del paso de los solemnes dolores la violencia la cuna del hombre el lúgubre dolor de la tierra chocan platos se apilan cuadros dolor dolores terrenales las palabras solemnes de Arturo en aquel bosque hermoso verde resuenan las voces la voz del Señor reina mi reina vuelan formas formularios papeles flores ruge dolor los dolores ruge el mundo ajetreado; despedida del bosque, despedida.
Próximo ensayo: lunes 12 de noviembre, 21:00
Karl-Gustav Ruch, nacido en 1954 en Zúrich, se formó como profesor de guitarra y estudió Filología Alemana y Filosofía. Vive en Barcelona, donde trabajó como profesor de alemán y de música, y actualmente se dedica a la escritura como autor independiente.
En 2004 publicó su libro de relatos Talgo-Pendular (Eremiten-Presse), seguido en 2011 por Hinter der Wand – Geschichten zwischen Zürich und Barcelona (edition 8) y en 2017 por la novela Das letzte Fenster (hockebooks). Su libro más reciente, la novela Linas Baum, apareció en 2024 en Sisifo – Leipziger Literaturverlag.
Con el relato Hinter der Wand fue nominado en 2009 al Premio Ingeborg Bachmann.
Karl-Gustav Ruch
Andreas Dal Cero, nacido en 1964 en Schleitheim, Schaffhausen, se formó como grabador en acero en Jezler (SH) y estudió en la F+F, Escuela de Diseño Experimental y Medios, en Zúrich.
Como artista visual, ha participado en exposiciones dentro y fuera de Suiza, con estancias en Barcelona y Berlín, y vive y trabaja en Zúrich desde 1995.
Como cantante y letrista, explora diversos géneros musicales con su trío Flying Dragons of Feng Shui y el dúo TEN.
Andreas Dal Cero
Derechos del texto: Karl-Gustav Ruch. Derechos de la imagen: Andreas Dal Cero.



