Brachland

Brachland

Fand sich am Wegrand ein steinernes Kreuz. Am Morgen, dass der Pflug darauf stieß, zur Mittagsstunde dann, dass die Menschen sich sammelten, die Zeichen besahen, die, von Flechten umrankt, auf dem Querbalken standen. Älter als die Zeit sei es, sagten die Narren und die Weisen, deuteten auf die Symbole, hoben den Finger, neigten den Kopf. Man solle nicht rühren an so altem Wissen, mahnten sie, gingen. Die Menschen nickten, hörten nicht. Eifrig, dass sie den Stein befühlten, an den Flechten kratzten, die Finger in die Zeichen gruben. Es fruchtete nichts. Also, dass sie das Interesse verloren, ihnen das Kreuz als nutzlos galt, als heidnisch gar, da sie die Zeichen nicht verstanden. Zerschlagt es! riefen da die ersten und griffen nach Hämmern und Hacken. Der dunkle Schrei einer Alten erst, der ihnen Zweifel in die Seelen setzte, sie innehalten ließ, bis sie das Kreuz im Brachland vergruben, sechs Fuß und einen halben tief.

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