Beiträge aus Aus dem Alltag Kategorie
Ibrahim

Ibrahim

Er saß links von mir. Hockte wie ich auf den Steinen, die der Fluss angeschwemmt hatte, den Blick aufs Wasser gerichtet, die Arme um die Beine geschlungen. Er war stiller geworden, seit er eingesehen hatte, dass ich ihm kein Geld geben würde.
Nun konnten wir reden.

Geht ohne mich, hatte ich den anderen zugerufen, die schon die Brücke gequert hatten. Die Brücke, die bloß ein Baumstamm war, der über dem Fluss lag, vier Meter lang vielleicht, an der Oberseite entrindet, ein Stück weit geebnet, damit die Schritte leichter Halt fanden auf dem Holz. Ich...

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Leicht

Leicht

Auf dem Fensterbrett die Krähe. Reglos steht sie dort, schaut herein ins Zwielicht des Raums. Ob sie mich sehen kann, hier in meinem Krankenbett, oder sich bloß narren lässt von ihrem Spiegelbild?

Ich versuche, mich aufzurichten, es gelingt mir nicht. Ich lasse es bleiben, sinke zurück, ringe nach Luft. Ich ringe oft nach Luft...

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In memory of Townes Van Zandt

In memory of Townes Van Zandt

Traurig, sagt ihr, seien die Texte
Die ich schreibe
Die Lieder
Die ich singe

Und dennoch werden sie
Euch trösten
Sage ich
Wenn die Zeit kommt
Da ihr
Mutlos seid

...
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Sog

Sog

Manchmal, sagt er, sei es schwierig. Da wisse er nicht, was zu tun sei und zu sagen. Ob eine Tat oder ein Wort überhaupt helfe. Er schweigt, sieht zu Boden. Schaut wieder auf, sieht die Hilflosigkeit in den Augen der Tochter und die Sorge.
Manchmal verliere er die Geduld, flüstert er.

‚Du weißt, dass sie...

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Elementar

Elementar

Kann einer ertrinken in den Tränen, die er nicht geweint hat? Feststecken im Leerlauf seiner eigenen Antriebslosigkeit? Wie weit, frage ich mich, kommt der, der immer nur mit Fersengeld bezahlt?

Lässt sich ein Leben denken, das sich im Warten erschöpft? Kann man verlorengehen im Dickicht der Zeit? Ist es möglich, dass einer die alte...

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