Beiträge aus Aus dem Alltag Kategorie
Frieden

Frieden

Er war sechzehn, als er mit dem Trinken begann und einundfünfzig, als er es wieder bleiben ließ. Was dazwischenlag mochte in seiner Welt als ganz normales Leben gelten, wie von einer Schablone geformt und am Fließband gefertigt. Kaum unterscheidbar von jenem der anderen, außer der Zahl der Schläge vielleicht, die er einstecken musste oder austeilte. Die Welt war ein karger Ort, dem es warme Momente abzutrotzen galt.
Das Dorf ein Schicksal, das zu erdulden war.

An sein erstes Bier konnte er sich gut erinnern, auch nach Jahrzehnten noch. Es hatte ihm nicht geschmeckt und seine Freunde...

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Sonja

Sonja

Neulich, da sah ich im Traum dein Gesicht. Gelächelt hast du und in deinen grau-grünen Augen lag immer noch mein Spiegelbild verborgen. Umarmt hab ich dich und wieder deinen Kuss geschmeckt, deine Haare gerochen. Deine Hand gespürt, wie sie in meinem Nacken liegt.
Damals, da warst du kein Traum, Sonja.

Anfangs, da haben wir gebrannt vor Verlangen...

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Schatten

Schatten

Wenn es dunkel wurde, warfen die Zweifel Schatten. Schatten, die lautlos durch ihre Seele huschten und einen Raum in ihr in Besitz nahmen, zu dem sie keinen Zugang fand. Kein Schlüssel wollte passen.

Sie drehte sich um und sah zur Tür. Sie musste geschlafen haben, Traumreste klebten noch an ihr, doch sie ließen sich schon nicht...

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Werkzeug

Werkzeug

Den Gedanken Raum geben, das Ego in die Ecke scheuchen. Neugierig sein, welches Bild sich blicken lässt. Scheu zunächst, wie ein durstiges Reh, das ans Flussufer tritt.
Nichts zwingen wollen, nur warten.

Den Gedanken Raum geben und nur beobachten, nicht werten. Schauen, welche Geschichte erzählt werden will. Ob sie erzählt werden will. Die wieder ziehen lassen, der...

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Drei?

Drei?

‚Du bist was?‘, fragt er und es klingt wie ein Vorwurf, der es wohl auch ist. ‚Herrgott noch mal‘, sage ich und drücke meine Fingernägel so stark gegen meine Handflächen, dass es wehtut. Ich weiß nicht, ob ich wütend oder enttäuscht sein soll und entscheide mich für beides.
‚Du warst nah genug dran, da hättest du...

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