Unverstand

Aus dem Alltag

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In jener Zeit geschah es, dass das Korn am Feld verdorrte, die Vögel vom Himmel fielen, die Fische tot im Wasser trieben. Wie kommt es? fragten die Menschen, die die Böden verdorben, die Tiere vertrieben, das Wasser vergiftet hatten. Was wundert es euch? fragte der Mann, der ihnen als Narr galt. Sie schalten ihn. Das wollten wir nicht, sagten sie, wir wurden betrogen, wie konnten wir das Unheil ahnen? Wessen Hände haben eure Felder verdorben, das Wasser vergiftet? fragte der Mann, senkte weder Kopf noch Stimme. Waren es nicht eure eigenen? Was klagst du uns an, wie kannst du es wagen? riefen die Menschen, drohten auch, wollten nichts hören von Schuld und Reue. Wir taten bloß, was man uns riet, wir handelten in gutem Glauben. Traut die Maus den Versprechen der Katze? fragte der Mann. Die Früchte eurer Gier werden euch nicht satt machen, sagte er, die Welt verträgt nicht jede Torheit. Er wandte den Kopf, sah den Mann an, der den Arm hob gegen ihn. Dein Schlag wird nichts ändern, rief er ihm zu mit harter Stimme, wandte sich um, ging, eilte sich nicht. Als er zwölf Schritte getan hatte, fuhr ein Windstoß über die Felder, durch das Dorf, wirbelte Staub auf, der über den Köpfen der Menschen hing wie ein Fluch.

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