Nafplio

Peloponnes

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Abends, da die Sonne an Kraft verlor und die Katzen ihr Tagewerk begannen, saßen wir am Balkon, schnitten die Zeit in kleine Scheiben. Zwei Sessel, die Platz fanden, ein Tischchen, ein Aschenbecher auch, der Blick fiel, sechs Meter tief wohl, auf das Pflaster der Gasse, folgte den Schritten der Flaneure, der Bahn eines Luftballons, den ein Windstoß über die Stufen trieb. Aus offenen Fenstern, irgendwo, nahe, kamen Rembetikoklänge, die über die Dächer der Häuser trieben.

Sah man zum Berg, vorbei am Haus mit den himmelblauen Fensterläden und dem Kirchturm, dessen Glocken die volle Stunde schlug, war da die Festung, die ihre Bastionen und Mauern in den Fels krallte. Wandten wir den Kopf, senkten den Blick, schauten die Stufen hinunter, über die Ziegeldächer der Nachbarhäuser hinweg und die Blumenkisten, die an schmiedeeisernen Balkonen hingen: das Meer; in der Ferne die nackten Berge Arkadiens. Ein Kater schlich die Gasse entlang, hangabwärts, beachtete das Paar nicht, das ihm Hände entgegenstreckte, etwas zurief, wir verstanden es nicht. Im Haus gegenüber eine Tür, die geöffnet wurde, eine Frau, die heraustrat, ein Strandtuch aufs Balkongeländer hängte. Aus einer Seitengasse der aufgeregte Lärm eines Hundes, zwei Kinder auch, die lachend hinter der Ecke eines Steinhauses verschwanden.

Als die Glocke abermals die volle Stunde schlug, der Kater stumm in einem Winkel der Gasse hockte, zu uns heraufsah und gähnte, wähnten wir uns am Balkon der Welt. Er hatte grüne Fensterläden.

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