Emsige Muse

Emsige Muse

Alles tanzt nach ihrer Flöte:
Klar! Sie kennt sich aus mit Goethe.

Zitiert sie etwas Unbekanntes
ahn ich im Grunde schon: Cervantes.

Lädt sie mich ein zur Tasse Tee –
wer steckt dahinter? Laotse!

Reicht sie dazu nur einen Keks mir
bin ich bereit und reif für Shakespeare.

Ein leicht frivoles: Oi, Oi, Oi!
verheißt nichts Gutes, heißt:...

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Leicht

Leicht

Auf dem Fensterbrett die Krähe. Reglos steht sie dort, schaut herein ins Zwielicht des Raums. Ob sie mich sehen kann, hier in meinem Krankenbett, oder sich bloß narren lässt von ihrem Spiegelbild?

Ich versuche, mich aufzurichten, es gelingt mir nicht. Ich lasse es bleiben, sinke zurück, ringe nach Luft. Ich ringe oft nach Luft in letzter...

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An der Hotelbar

An der Hotelbar

Calvados und ein Cappuccino, als läge im Milchschaum eine umwölkte Aussichtshöhe, stehen vor ihm als Gedeck. Auf dem Barhocker läßt sich der Schmerzpunkt besser orten, der ausstrahlt im Rücken. Mit derselben Haltung saß er schon auf einem Baumstamm, während der Nachtwachen seiner Pfadfinderzeit, unter freiem Himmel, als alle anderen schliefen und die krummgeschlagenen Heringe auf...

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In memory of Townes Van Zandt

In memory of Townes Van Zandt

Traurig, sagt ihr, seien die Texte
Die ich schreibe
Die Lieder
Die ich singe

Und dennoch werden sie
Euch trösten
Sage ich
Wenn die Zeit kommt
Da ihr
Mutlos seid

...
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Falsches Gold

Falsches Gold

Mein Vater trank Küppers Kölsch. Vierundzwanzig Flaschen Braunglas sind ein Kasten. Auf den Etiketten ein Köbes, der einen Kranz frisch gezapftes Bier in den Händen trägt. Der Schriftzug KÜPPERS KÖLSCH vor leuchtend hellgelbem Hintergrund. Schmale, elegante Buchstaben. Immer wenn ich an dieses Bier denke, muss ich auch an eine Nachmittagssonne denken, die durch die Küchenfenster...

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