Posts by Manfred Lipp
Kavála

Kavála

Wir traten aus dem Tor, das zur Festung führte. Welchen Weg nehmen? fragten wir uns, sahen in die Gassen, die sich hangabwärts schoben. Ich biss mir auf die Lippe, legte den Kopf schief, zeigte nach rechts. Dorthin! sagte ich, ohne Überzeugung freilich. Ich schloss die Augen, musste niesen. Als ich aufsah, war da der Mann,...

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Wohin?

Wohin?

Ich schloss die Tür, trat in die Nacht, schritt durch die Dunkelheit, die schwer über den Gassen hing. Mich fror. In den Häusern der Nachbarschaft tanzte buntkaltes Licht. In einem Garten, rechter Hand, verbellte ein Hund den Mond, der fadgelb am Himmel stand. Im Rinnstein lag ein Feuerzeug. Ich schob den Kopf in den Nacken,...

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Du schläfst

Du schläfst

Mondlicht fällt ins Zimmer, liegt kalt auf deiner Haut. Du schläfst. Weit weg, scheint mir, bist du und liegst doch neben mir. Streckte ich meine Hand aus, ich könnte dein Gesicht berühren, dein Haar, deine Schulter. Einen Moment lang, dass ich es will, unbedingt, aber ich lasse es, habe Angst, dich zu wecken. Ich sehe...

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Bleiben. Dürfen.

Bleiben. Dürfen.

Kroch die Fliege also doch ins Bierglas. Eine ganze Weile hatte sie die Lage sondiert, war um das Glas geflogen, auf der Tischplatte spaziert. Breuer hatte sie nicht verscheucht. Ohnehin, dass das Glas leer war, beinahe. Verblieben nur ein Schluck, der, lauwarm geworden durch die Tatenlosigkeit der letzten Stunde, Breuer das Recht gab, nicht nach...

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Irrlichter

Irrlichter

Es wird schneien, sagte der Bettler zum Mädchen und zeigte auf den Mond, der matt am Himmel hing. Sarah, die nicht wusste, was der Mond mit dem Wetter zu schaffen hatte, legte die Stirn in Falten und nickte. Sie sah nach ihrer Mutter, die, ein Stück die Straße hinunter, mit einer Freundin sprach. Wie hell...

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