Posts by Manfred Lipp
Man reiche mir die Feder oder: Der herbe Duft der Unterwelt

Man reiche mir die Feder oder: Der herbe Duft der Unterwelt

So etwas habe er schon seit Jahren nicht mehr gesehen, meint er erstaunt. Das wirkt durchaus beunruhigend. Man hört diese Sätze nicht gern, sie künden von nahendem Unheil wie ein dumpfes Donnergrollen am Firmament oder ein bevorstehendes Treffen eines FPÖ-Politikers mit einer vermeintlichen russischen Oligarchin. Es stinkt, und zwar gewaltig. ‚Zumindest wissen wir jetzt, woher...

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Heut trink ich nix

Heut trink ich nix

Es gibt Dinge, die erwartest du einfach nicht. Dass man auch ohne Helm Rad fahren kann. Einen Schlaganfall beim Sonntagsspaziergang. Dass Rapid je wieder die Meisterschaft gewinnt. Oder einen Weinkeller, der ausschaut wie eine heimelige Kunstgalerie in Antwerpen und in dem du Weine trinkst, für die sogar ein Atheist eine Messe lesen lassen würde.

Nein, Alfred...

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Tempora mutantur

Tempora mutantur

‚Come gather ‘round, people, wherever you roam and admit that the waters around you have grown‘, singt Dylan, als ich das Glas mit den Oliven öffne. Dann schneide ich zwei Bio-Gurken in handliche Stücke, würze sie mit grobem Salz und feinem griechischen Olivenöl und schicke Doris in den Garten, auf dass sie mit frisch gepflückten...

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Schritt für Schritt

Schritt für Schritt

‚Kommst du, Mama?‘, rufe ich in den dämmrigen Raum hinein, obschon der Tag doch sonnenhell ist. Ja, meine Eltern, sie dulden halt kein Übermaß an Licht und Wärme in den Zimmern. Der Sommer findet draußen statt, ins Haus, da darf er nicht. ‚Ich komm‘ ja schon, Kind‘, meint sie von drinnen, während ich meine Sonnenbrille...

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Ein schöner Heimatroman

Ein schöner Heimatroman

Es müsste ja viel mehr über die heile Welt geschrieben werden. Weil das geht einem schon auf die Nerven auch, wenn überall, wo man reinschaut, nur Probleme auftauchen. Da schaut man am besten gleich gar nimmer hin, man könnt‘ ja ganz narrisch werden sonst, meiner Seel‘. Und wo könnt‘ die Welt schon heiler sein als...

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