Lose Versprechen

Lose Versprechen

Trafen wir uns also wieder, saßen in jenem Gastgarten, der uns so vertraut war in jungen Jahren, streckten unsere Rücken, hoben die Gläser, klammerten uns an die alten Erinnerungen. Wie viele Jahre, fragte einer, dass wir uns aus den Augen verloren, unsere Freundschaft beiseitegelegt hatten wie ein abgetragenes Hemd? Keiner mehr, der die Nichtigkeit kannte, die uns entzweit hatte, kein Datum, das sich festmachen ließe als Scheideweg der Kumpanei. Wir lächelten, prosteten einander zu. Einen Moment, so schien es, dass sich der Faden finden mochte, der uns verband zu seiner Zeit, bis der schräge Akkord eines Klingeltons nach dir schrie, die Wehmut bezwang, die müde in unseren Seelen hing. Also saßen wir beisammen, eine Weile noch, wussten einander wenig zu sagen, viel zu verschweigen, duldeten die Stille, die lauter und lauter wurde, bis wir auseinandergingen mit vagen Hoffnungen und losen Versprechen.

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