Wandel

Aus dem Alltag

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War da der Bahndamm, der die Landschaft zerschnitt in ein Hier und ein Dort, der Feldweg dahinter, das üppige Rot des blühenden Mohns. Weiter noch, weg vom Dorf, zur Grenze hin: der See, moordunkel, sonnenwarm; die Bänke, die windschief am Ufer standen. Sorglos badeten wir im See, in der Sonne, lagen auf dem dürren Grün der Wiese, zeigten, lachend, auf Wolkentiere, die der Wind über den Himmel trieb. Waren wir Kinder noch, die Freiheit genießend, die der Sommer uns lieh, oder Halbwüchsige schon, im Bann der Körper bereits, die sich zu wandeln begannen? Zagend saßen wir bald auf den Bänken, unsicher, ängstlich auch, hielten einander an den Händen, wussten nicht, wie das gehen sollte: ein Kuss.

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