Marillenblüte in der Wachau

Marillenblüte in der Wachau

Im gut besetzten Speisewagen ist nur noch der Platz neben mir frei. Der beleibte, schnaufende Herr aus meiner Alterskohorte findet es nett, dass ich nichts dagegen habe, wenn er sich da hinsetzt.
Redselig ist das Adjektiv, das zu meinem neuen Nachbarn am besten passt. Gewöhnlich sei um diese Zeit wenig los hier, meint er. Ob es...

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Namenlos?

Namenlos?

Da stand er, mit bangem Blick, zerschlissenen Jeans, sah auf die drei Frauen, die im Schatten der Linde saßen. Guten Tag! hatte er gesagt, in seiner Sprache, den Kopf gesenkt, geschwiegen. Stumm auf den Kater geschaut, der die Straße querte, näherkam, um seine Beine strich. Der Mann bückte sich, streckte ihm die Hand entgegen, berührte...

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Am Ende des Tags

Am Ende des Tags

Am Ende des Tags
geht die Sonne unter,
nur kurz bäumt sie sich noch einmal auf
hinter einem tiefen Wolkenband,
dann versinkt sie, hellblutig,
als würde sie schreien wollen vor Schmerz.

Ob die Nacht der Erde Linderung bringt,
wissen nur die Sterne, die hier und da
zu sehen sind. Ich stehe am Rande eines Felds,
warte...

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Altersfrage

Altersfrage

Es war der Schrei eines Kindes, der ihn weckte. So also, dass Georg Santner erwachte, die Augen öffnete, blinzelte. Er fand sich im Garten wieder, auf der Liege, im Schatten des alten Birnbaums, den sein Großvater gepflanzt hatte. Die Lider noch schwer, tat er einen tiefen Atemzug, streckte sich, sah in den wolkenlosen Himmel. Das...

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Selbsthilfegruppe

Selbsthilfegruppe

Hofnarren ohne Hof sind wir. Trinker unter anonymen Abstinenzlern. Die Rumpfmannschaft in Bestbesetzung. Zerlumpte, angetreten in irgendeiner Königsdisziplin. Einer von uns ließ sich einst freiwillig zwangsversetzen. Einer betrieb jahrelang eine Strandbar im Hochgebirge. Einer trägt seit dem Tag der Geburt am Vornamen Fürchtegott. Einem lastet im Schlaf sein Kanaldeckel auf der Brust. Der immer nur...

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